Saphirglas oder Mineralglas?

Auch wenn das Uhrenglas aufgrund seiner Transparenz eher wenig wahrgenommen wird, so hat es doch eine wichtige Funktion.

Das Uhrenglas schützt das Innere der Uhr, also Zifferblatt, Zeiger und Uhrwerk, vor Beschädigungen durch Staub oder Feuchtigkeit. Uhrengläser können grundsätzlich in drei Arten eingeteilt werden: Saphirglas, Mineralglas und Hesalitglas (auch: Kunststoff, Acryl, Plexi). Sie unterscheiden sich insbesondere in ihrer Härte und dem Spiegelungsverhalten. Doch was sind die Unterschiede, Vorteile und Nachteile der verschiedenen Uhrenglas-Typen? Diese und weitere Themen behandelt dieser Artikel.

Hesalitglas – vor allem in Vintage-Uhren zu finden

Die vor einigen Jahrzehnten weit verbreiteten Hesalitgläser werden heute nur noch sehr selten verbaut – vereinzelt setzen Uhrenhersteller aber auch bei neuen Modellen noch auf gewölbtes Hesalitglas, um den Retro-Charakter zu unterstreichen. Hesalitglas ist im Vergleich zu Saphirglas etwa 50 Mal weicher und damit sehr kratzempfindlich, auf der anderen Seite aber sehr elastisch und damit sehr bruchsicher bzw. schlagfest. Oberflächliche Kratzer lassen sich in Eigenregie mit einer Polierpaste (z.B. Polywatch) und etwas Geduld rauspolieren.

Mineralglas

Es wird zwischen unbehandeltem und gehärtetem Mineralglas unterschieden. Die chemische Bezeichnung ist Siliziumoxid (SiO²). Bergkristall und Rauchquarz sind sehr eng mit Mineralglas verwandt. Durch Zugabe anderer Oxide, wie beispielsweise Aluminiumoxid oder Boroxid, kann Mineralglas veredelt werden und eine bessere Kratzfestigkeit und Härte erhalten. 

Das Material kann allerdings Schaden nehmen und lässt sich im Falle von Kratzern nicht so leicht polieren. Mineralglas kann leider auch brechen, im schlimmsten Fall können dabei feine Glassplitter ins Uhrwerk gelangen und das Werk beschädigen. Bei der Qualität lassen sich leicht Unterschiede erkennen: Gutes Mineralglas ist kein schlichtes Fensterglas, sondern sollte gehärtet sein. Die Oberfläche wird in einem Verfahren chemisch gehärtet, das Uhrglas wird stoßresistenter und widerstandsfähiger und vermindert somit eine Splitterung im Falle eines Aufpralls.

Aufgrund des relativ günstigen Herstellungsverfahrens, werden Mineralgläser eher bei Uhren unter 300 Euro verbaut.

Saphirglas

Saphirglas ist eigentlich kein Glas, sondern synthetisch hergestellter Saphir. Natürlicher Saphir ist eine Varietät des häufig vorkommenden Minerals Korund. Härter als ein Saphir sind nur Diamanten - das härteste Material der Welt. Er wird somit besonders wegen seiner Kratzfestigkeit und Widerstandsfähigkeit geschätzt. Abreibungen und Spuren auf dem Saphirglas werden manchmal fälschlicherweise als Kratzer wahrgenommen, sind allerdings nur Spuren, die weichere Materialien auf dem Glas hinterlassen und können unkompliziert mit einem Radiergummi entfernt werden.

Saphirglas ist ein tolles Material aber natürlich gibt es auch negative Eigenschaften.

Eine problematische Eigenschaft ist die starke Lichtbrechung von Saphirglas. Dadurch spiegelt es sehr stark und erschwert das Ablesen der Uhr. Für dieses Problem gibt es bereits eine einfache Lösung durch eine einfache Beschichtung lässt sich das Saphirglas entspiegeln.

Dabei unterscheidet man zwischen der beidseitigen und einseitigen Entspiegelung.

Die beidseitige Entspiegelung bringt den größten Effekt. Durch sie wirkt das Uhrenglas fast unsichtbar und die Uhr wirkt einfach sehr hochwertig. Allerdings ist die Beschichtung auf der Vorderseite des Uhrenglases anfällig für Kratzer. So kann die Uhr trotz hochwertigem Saphirglas schnell verkratzt aussehen.

Bei der einseitigen Entspiegelung wird nur die untere Seite des Uhrenglases beschichtet. So bleibt die Uhr weiterhin sicher vor Kratzern. Allerdings ist der Effekt der Entspiegelung weniger eindrucksvoll.

Was verwenden wir bei BLACKTREE?

Wir verwenden ausschließlich Saphirglas. Uns ist es wichtig, dass beste Uhrglas für unsere Uhren zu verwenden.

Saphirglas einfach selbst erkennen

Ob die Lieblingsuhr mit Saphirglas kommt, kann man übrigens ganz einfach selbst mit der sogenannten Wassertropfenmethode prüfen: Dazu tupft man einen Tropfen Wasser auf die Oberfläche des Uhrglases und beobachtet dessen Verhalten. Bleibt der Tropfen kugelförmig handelt es sich um Saphirglas. Breitet er sich aus und zerfließt, ist es Mineralglas.